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07.10.2019 | Stefanie Starke | München/Neuhaus am Inn | Walter Taubeneder MdL

StM Huml diskutiert mit Vertretern der Pflege: „Wie sichern wir die Pflege im Alter?“

MdL Taubeneder und MdL Waschler bringen Beteiligte an einen Tisch

Die CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler haben die Bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml geholt, um gemeinsam an einem Tisch mit Vertretern aus der Pflegebranche zu diskutieren. Ausgangsfrage war dabei: „Wie sichern wir die Pflege im Alter?“

StM Huml diskutiert mit Vertretern der Pflege
Aus dem gesamten Landkreis sind Heimleiter, aber auch Vertreter diverser Pflegeschulen nach Neuhaus am Inn in das Wohnstift „Innblick“ gekommen, um Informationen sozusagen direkt aus erster Hand einzuholen, aber eben auch um die diversen Anliegen direkt mit nach München zu geben. „Es ist schön, wenn man einlädt und alle kommen“, sind die Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler gleich eingangs erfreut über das große Interesse an dem gemeinsamen Austausch. Nach einer kurzen Einführung durch die Abgeordneten hat die Staatsministerin umgehend das Wort ergriffen: „Die Menschen werden älter, aber eben auch die Pflegekräfte!“ Daher komme unweigerlich die Frage auf, wie man die Pflege im Altern noch sichern könne – „und zwar auf eine Art, die man sich auch für sich selbst wünschen würde“, so Huml weiter. Verbunden stets mit der Frage, wie man heute noch Anreize schaffen kann, damit die Menschen überhaupt noch in die Pflege gehen und das Berufsbild wieder attraktiver wird. „Hier sind Ihre Anregungen aus der Praxis dringend von Nöten“, spricht die Staatsministerin direkt die Heimleiter und Schulvertreter an und trifft damit den Nerv der Anwesenden. So betont Armin Kotlik vom Haus an der Rott in Pocking: „Wir haben momentan die schlimmste Situation überhaupt. Wir bringen die Leute nicht mehr her, auch keine ausländischen Pflegekräfte.“ Man habe den Punkt erreicht, dass man sich gegenseitig die Fachkräfte wegnehme – „das hilft doch auch keinem von uns! Wir wissen nicht mehr weiter.“ Eine riesen Problematik, bei der alle zusammenhelfen müssten, findet auch Investor Oskar Conle, Eigentümer des Wohnstifts „Innblick“ in Neuhaus. Er sieht die Zukunft der Pflege in der Integration von Fachkräften aus dem Ausland und deren entsprechenden Anerkennung in Deutschland. „Den Beruf als solchen attraktiver zu machen halte ich dagegen für sehr schwer.“ Als „prekär, aber nicht hoffnungslos“ beschrieb Ulrich Becker-Wirkert, Heimleitung vom AZURIT-Seniorenzentrum Fürstenzell, die derzeitige Lage. „Ein nachhaltiges Management vor Ort ist meiner Meinung nach wesentlich. Außerdem sollte man darüber nachdenken Fachkräfte aus verwandten Berufsfeldern zu gewinnen.“
Fest steht: Man sei bereit, um ab Januar 2020 in die Generalistik zu gehen: „Im April 2020 geht`s dann in die Ausbildung – und hier sind alle Einrichtungen dabei: Altenpflege, Krankenpflege, aber auch Kinderkrankenpflege.“ Dies sei ein wichtiger Schritt, auch wenn noch einige Fragen hinsichtlich der Finanzierung zu klären gebe.

„Gute Pflege kostet Geld“


Grundsätzlich müsse man sich im Übrigen auch Gedanken machen, wie eine Pflegeversicherung in Zukunft aussehen kann und vielleicht auch muss, gibt die Staatsministerin weiter zu bedenken: „Damit eine gute und qualifizierte Pflege auch in Zukunft noch geleistet werden kann.“ Wichtig sei in jedem Fall, dass auch künftig das Berufsbild gut bezahlt werde, auch wenn Huml in der Vergangenheit mehrfach die Erfahrung gemacht habe, dass es nicht mehr ausschließlich um die Bezahlung ginge: „Vielmehr stehen die Arbeitsbedingungen im Fokus. Denn der Fachkräftemangel liegt letztlich auf den Schultern der Angestellten, die oft mehr geben, als sie noch im Stande sind zu leisten. Die Belastungen wachsen.“
In diesem Zusammenhang müsse man im ambulanten Bereich die pflegenden Angehörigen im Blick behalten und Entlastungsangebote schaffen, um eine Pflege „zu Hause“ so lange wie möglich auch zu unterstützen. „Ambulant vor stationär lautet nach wie vor der Grundsatz unserer Politik. Insgesamt braucht es jedoch einen Mix an Angeboten: Ambulant, stationär, aber auch an unterschiedlichen Wohnformen.“

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Dritter Bürgermeister Uwe Pischl, Bezirksrätin Cornelia Wasner-Sommer, Investor Oskar Conle, stv. Landrätin Gerlinde Kaupa, zweiter Bürgermeister Stephan Dorn, MdL Walter Taubeneder, StM Melanie Huml, Alexandra Tiefenböck-Kölbl, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler und Bürgermeister Josef Schifferer.