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22.12.2021 | Stefanie Starke | Passau

„Wann, wenn nicht jetzt

CSU-Landtagsabgeordnete Taubeneder und Waschler tauschen sich mit Universität Passau zu Perspektiven der Forschung im Bereich der IT-Sicherheit aus – Zentren-bildung als große Chance für die Region

Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Prof. Dr. Joachim Posegga (Lehrstuhl für IT-Sicherheit), Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser (Lehrstuhl für Technische Informatik), MdL Walter Taubeneder, Uni-Präsident Prof. Dr. Ulrich Bartosch und MdL Prof. Dr. Gerhard Waschle
Cyber-Attacken und Internet-Angriffe gehören zum Alltag – sie richten sich schon lang nicht mehr nur gegen Personen und Unternehmen, sondern greifen mittlerweile gar ganze Staaten an – das kostet nicht nur unheimlich viel Geld, sondern verursacht immense Schäden. „Das Thema Datensicherheit gewinnt mit jedem Tag mehr an Bedeutung“, bringt es Prof. Dr. Ulrich Bartosch, Präsident der Universität Passau, auf den Punkt.
Warum IT-Sicherheit wichtig ist, müsse man nicht weiter erläutern, vielmehr gehe es um die akademischen Perspektiven für Bayern. „In anderen Bundesländern gibt es in diesem For-schungsbereich bereits mehr Aktivitäten, hier wurden teilweise ganze Zentren gebildet“, erläutert Prof. Dr. Joachim Posegga vom Lehrstuhl für IT-Sicherheit in Passau im Aus-tausch mit den CSU-Landtagsabgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler.
Bayernweit gebe es eher lokale Aktivitäten. „Hier in Passau haben wir ein sehr signifikantes Cluster an Personen, die das Feld bearbeiten. Erst vor zwei Jahren haben wir unser Institu-te of Digital Security (PIDS) neu aufgestellt und aktuell besteht eben ein sehr interessantes Zeitfenster für die Region, um bei diesem Thema etwas zu bewegen“, so Prof. Posegga weiter. Immerhin sei Niederbayern ein sichtbarer Player auf dem Feld der IT-Sicherheit – ein Zentrum für IT-Sicherheit und Forschung in die Region zu bringen, wäre ein durch-schlagender Gewinn für die Gesellschaft und natürlich vor allem die Wirtschaft. Dabei gelte es Kompetenzen zu bündeln und über den Tellerrand der Universität hinauszublicken.
„Seitens der Universität sind wir bereit dieses Feld gemeinsam mit weiteren Partnern zu beschreiten und einen ersten Knoten zu binden“, so Uni-Präsident Bartosch weiter. Für ihn gebe es derzeit kein wichtigeres Thema, daher sei es auch perspektivisch höchst interes-sant und von großer Relevanz im Sinne der Nachhaltigkeit. „Wir können hier einiges leisten und stehen praktisch in den Startlöchern: Von der Grundlagenforschung bis hin in den en-geren Anwendungsbereich gemeinsam mit den Technischen Hochschulen – wir können die Verbindung von Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft und der Wirtschaft herstel-len“, erläutert auch Prof. Dr. Stefan Katzenbeisser vom Lehrstuhl für Technische Informatik weitere Möglichkeiten für zeitnahe Entwicklungen. Wünschenswert wäre ein positives poli-tisches Signal und eine erste Anschubfinanzierung – „damit wir loslegen können“, bringt es Prof. Bartosch auf den Punkt.
Als Standort habe man bereits die Stadt Vilshofen ins Visier genommen – „wir wären bereit uns hier am Technologiecampus Vilshofen der Technischen Hochschule Deggendorf zu orientieren und in enger Kooperation vorzugehen.“ Für den Betrieb eines solchen Zentrums für IT-Sicherheit wäre zunächst keine Professur von Nöten, es gelte vielmehr Forschungs-gruppen zu etablieren – „die Kosten sind überschaubar“, ist der Unipräsident überzeugt.
Perspektivisch sei es wichtig ein schnelles Feedback für weitere Planungsschritte zu erhal-ten – „wir müssen agil sein, denn ein Jahr sind fünf Internetjahre“, betont auch Prof. Poseg-ga nochmals die Brisanz der Thematik.
Höchst interessiert und motiviert nahmen die CSU-Landtagsabgeordneten Walter Taube-neder und Prof. Dr. Gerhard Waschler die Ideen und Anregungen auf – „wir werden alle Wege prüfen und uns in München für die Sache stark machen“, war man sich schließlich einig.