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19.10.2018 | Stefanie Starke | Passau

„Realisierbarer Stufenplan als ersten Schritt“

CSU-Abgeordneten tauschen sich mit Bezirkstagspräsident und Medizin-Experten zu Medizinstudium in der Region sowie Uniklinikum Passau aus

Wenn es um ein Medizinstudium in Passau geht, liegt es nahe die Experten in Sachen Medizin an einen Tisch zu holen.


CSU-Abgeordneten tauschen sich mit Bezirkstagspräsident und Medizin-Experten zu Medizinstudium in der Region sowie Uniklinikum Passau aus
So haben die CSU-Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler, gemeinsam mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Vertretern des Klinikums Passau und der Kinderklinik Dritter Orden Passau zum gemeinsamen Gespräch hinsichtlich der aktuellen Entwicklungen im Rahmen der 20 neuen Medizinstudienplätze für Niederbayern sowie in Zusammenhang mit Überlegungen zu einem Uniklinikum Passau geladen. „Dank der unterzeichneten Kooperation mit der Universität in Bayreuth stehen in Niederbayern ab dem Jahr 2020 gesichert 20 neue Medizinstudienplätze zur Verfügung“, betont Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich eingangs nochmals. So soll in Metten eine Außenstelle der renommierten Karl-Landsteiner-Privatuniversität in Krems etabliert werden.
„Nun steht die Frage im Raum, wie auch wir hier im Passauer Raum von den neuen Medizinstudienplätzen und den neuen Entwicklungen auch in Richtung Uniklinikum Passau profitieren können“, beschreibt MdL Waschler die Intention des Austauschs.
Es stehe außer Frage, dass auch das Klinikum Passau, wie auch die Kinderklinik Dritter Orden Passau, Interesse daran haben, Fachkräfte in die Region zu holen und entsprechend zu halten. „Ein Voll-Universitäts-Klinikum in Passau wäre ein sehr weiter Weg, daher bedarf es den Blick auf das Machbare und eine zeitnahe Verbesserung der Situation zu richten“, so Stefan Nowack, Werkleiter am Klinikum Passau. Dass die Region ein hohes Potential berge, steht auch für Prof. Dr. Matthias Keller, den Ärztlichen Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau, fest. „Als Kinderklinik haben wir keine Personalprobleme, das ist ein Spezifikum der Kinderheilkunde – dennoch brauchen wir eine Strategie für die Region. Dabei sollten wir nicht nur auf eine Universität blicken, sondern vor allem auch bereits vorhandene Schnittstellen begutachten und besser ausschöpfen.“ So sehen die Medizin-Experten vor allem in der vom Passauer Stadtrat erst kürzlich beauftragten Arbeitsgruppe einen ersten bedeutenden Meilenstein, um weitere sinnvolle Schritte einzuleiten.
Die Problematik des Ärztemangels fuße auf mehreren Säulen – ein Medizinstudiengang allein sei daher nicht das Allheilmittel. So sehen die Mediziner unter anderem die infrastrukturelle Versorgung, die Umgebungsbedingungen und den Wohnungsmangel als problematisch. „Teilweise ist es schon schwer unsere Famulanten und Praktikanten unterzubringen“, so Keller weiter. „Wir müssen einen attraktiven Arbeitsplatz bieten sowie entsprechende Rahmenbedingungen, damit wir die Menschen an die Region binden“, ist auch Stefan Nowack überzeugt.
Zusammenfassend nehmen die Abgeordneten als Arbeitsauftrag mit, hier dual vorzugehen: Einerseits den Ansatz des Bezirks hartnäckig weiterzuverfolgen und andererseits parallel die Kontaktpunkte mit Medizinstudenten in Richtung Uniklinikum zu nutzen und entsprechend auszuschöpfen. „Wir haben ein hohes Potential, wenn wir schlagkräftig agieren“, sind die CSU-Abgeordneten Taubeneder und Waschler überzeugt.


Foto (Stefanie Starke): (v.l.) Dr. Hans Emmert (Ärztlicher Direktor am Klinikum Passau), Bezirksrat Josef Heisl, Prof. Dr. Matthias Keller (Ärztlicher Direktor der Kinderklinik Dritter Orden Passau), MdL Walter Taubeneder, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, Stefan Nowack (Werkleiter am Klinikum Passau), MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, CSU-Kreisvorsitzender Prof. Dr. Holm Putzke und Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion Armin Dickl.